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Update Baustelle ehem. Schuhhaus Dietz

Deckenaufbauten von über 1 m

Der Abbruch-Trupp leistet aktuell ganze Arbeit, denn es gibt im ehem. Schuhhaus Dietz allerlei zu beseitigen. Ob Ausstattungsgegenstände, alte Töpfe, Einbauschränke, Wandverkleidungen, neuere Bodenbeläge oder abgehängte Decken - alle Zutaten aus jüngerer Zeit müssen weichen, um die Urkonstruktion nach Möglichkeit freizulegen. Jedoch ist dies nur sinnvoll, wenn die ursprünglich Schicht auch tragfähig ist und neuere Ein- und Aufbauten ohne statische Bedenken ausgebaut werden können. Regelmäßige Baustellenbesuche stehen daher aktuell auf der Tagesordnung - ggf. auch mit tragwerksplanerischer Unterstützung.
So wurde letztendlich entschieden, nicht weiter mit dem Abtragen von Schichten fortzufahren. Zu guter Letzt wird noch die steinerne Treppe, die ins Obergeschoss führt, entfernt.
Auch müssen zeitnah Notsicherungen vorgenommen werden, etwa bei der instabilen östlichen Außenwand oder in Bereichen der Decken.
Nun ist die ideale Grundlage für ein verformungsgerechtes 3D-Aufmaß sowie eine restauratorische Befunduntersuchung geschaffen. Dazu werden nächste Woche Termine abgestimmt. Diese Maßnahmen dienen nicht nur als Planungsgrundlage - sie dokumentieren auch den Ist-Zustand des Gebäudes, das nun offiziell auch als Einzeldenkmal gelistet ist.

Da kommt ein bisschen Schutt zusammen…

Sanierung Pfarrhaus Sondheim

Detailplanung Bäder

Formate-Verlegemuster-Anordnung

Für die Sanierung des ehem. Pfarrhauses in Sondheim/Rhön machen wir uns aktuell Gedanken über die Badgestaltung - genauer gesagt den Fliesenspiegel. Damit ein ordentliches Bild in Verbindung mit den Sanitärelementen entsteht, ist die Erstellung eines Fliesenspiegels durchaus sinnvoll und ratsam, wenngleich sich dies v.a. im Bestand aufgrund der baulichen Gegebenheiten oft als Herausforderung darstellt. Grundlegende Entscheidungen wie etwa das Fliesenformat und das Verlegemuster sowie die anzubringenden Sanitärobjekte müssen bereits getroffen worden sein. Daraufhin werden Wandansichten, Grundrisse und ggf. auch Deckenspiegel der betreffenden Räume gezeichnet, in denen sowohl die Fliesen als auch die Installationen und die Sanitärobjekte zu sehen sind. Diese werden mittig entweder in Bezug auf die Fliese (insb. bei größeren Formaten) oder auf der Fugenmitte angeordnet. Dabei ist natürlich nicht nur auf die vertikale sondern auch auf die horizontale Anordnung der Fliesen zu berücksichtigen. Dringend zu Beachten sind dabei neben Mindestabständen zwischen Sanitärobjekten auch die Montagehöhen von Waschbecken, WCs, Armaturen und Sondtigem.
Solche Detailplanungen sind hilfreich, um die Gestaltungswünsche von Architektenseite aus zu kommunizieren und Missverständnisse mit den ausführenden Firmen zu vermeiden.

Badplanung Beispiel Bad OG 1.1a

 

Teilsanierung Realschule Mellrichstadt

Herausforderungen im Bestand

Sanieren ist nicht bloß ein bisschen renovieren oder Farbe auftragen - denn sobald Teile von Gebäuden saniert werden sollen, erlischt der Bestandsschutz und die aktuellen Anforderungen an Bauwerke müssen erfüllt werden. Vor allem im Bereich von öffentlichen Gebäuden ist dies jedoch in den meisten Fällen nicht uneingeschränkt möglich, da die baulichen Gegebenheiten eine einhundertprozentige Konformität oft nicht zulassen. So auch bei der Realschule in Mellrichstadt, bei der nun die Teilsanierung von Gebäude B (Altbau) ansteht. Zu berücksichtigen sind dabei etwa neben Aspekten der Standsicherheit oder Barrierefreiheit auch die brandschutztechnischen Vorgaben, um nur einige Beispiele zu nennen.

Zunächst wurde eine sog. brandschutztechnische Risikoanalyse durch ein Sachverständigenbüro beauftragt, die die Mängel im Bestand aufzeigt, bewertet und Maßnahmen zur Kompensation vorschlägt. Diese sah Handlungsbedarf in Anbetracht des Brandschutzes und der vorhandenen Rettungswegsituaion vor. Im Zuge der Teilsanierung wird dafür nun ein großer Teil der bereits bewilligten Fördermittel verwendet werden. Insbesondere soll das historische Treppenhaus aus der Erbauungszeit ertüchtigt werden, das den zweite Rettungsweg garantieren soll. Auch wenn hier einige Baumaßnahmen fällig werden, versuchen wir trotzdem, den einmaligen Charakter zu bewahren.

Was außerdem noch im Fokus unserer Planungen steht, erfahrt ihr in der nächsten Zeit.

Treppenhaus

Geschäftshaus Bad Neustadt

Meininger Straße

Ein imposanter Neubau im Herzen von Bad Neustadt, der seinesgleichen sucht. Dank der intensiven Planung und Koordination konnte der Bau innerhalb von nur 1,5 Jahren errichtet werden. Bei dem dreigeschossigen Gebäude steht vor allem der Aspekt der Nachhaltigkeit im Fokus, der sich wie ein roter Faden durch das Geschäftshaus zieht, was dem schlichten und eleganten Design - sowohl innen als auch außen - in nichts nachsteht.

Mit der Rundung der Kubatur auf einer Seite wurde geschickt auf die städtebauliche Situation und die örtlichen Gegebenheiten reagiert.
Das leicht zurückspringende Erdgeschoss kann als Sockel betrachtet werden, der die Basis für den langen, liegenden Oberbau bildet. Diese Gliederung wird durch die Farbigkeiten und verwendeten Materialien unterstrichen.
Objektbestimmend ist aber vor allem die dreidimensional wirkende Fassade aus bronzefarbenen Elementen, die die beiden Obergeschosse ziert. Zwei umlaufende Fensterbänder verleihen dem Gebäude eine gewisse Leichtigkeit, denn die Tragkonstruktion wurde weg von der Außenfassade ins Gebäudeinnere verlagert. Außerdem spiegelt sich der Bronzeton der Verkleidung auch im Innenraum wider - sei es durch Akzente in Fußboden, Wandelementen oder im Treppenhaus.

Alles in allem kann der Neubau nicht nur dank seiner Metallic-Fassade glänzen - auch im Inneren ist das Gebäude ein durchaus gelungenes Gesamterlebnis.

Auftraggeber

Sparkasse Bad Neustadt a.d. Saale

Planer

wukowojac architekten

Planungszeitraum

2014 - 2022

Nach wie vor ein absoluter Hingucker

Wohnhaus Dörr

Obwohl es bereits im Jahr 2017 errichtet wurde, ist das freistehende Einfamilienhaus in der Rhön ein wahres Vorzeigeobjekt. Nicht ohne Grund erschien erst zuletzt wieder ein umfangreicher Artikel in dem Immobilienmagazin "4 Wände".

Wo einst ein Ferienhäuschen stand wohnt die Familie nun in einem Neubau, der nicht nur in Kubatur und Grundrissstruktur stimmig ist, sondern auch in Hinblick auf die Konzeption, die Gestaltung und die verwendeten Materialien.
Die Eingeschossigkeit des neuen Baukörpers in Verbindung mit der dezenten Material- und Farbwahl lässt das Gebäude nicht zu aufdringlich wirken, sodass Architektur und Natur gekonnt in Symbiose treten. Der Innenraum und der Außenraum können dank großzügiger Verglasung miteinander interagieren - der traumhafte Ausblick in die weite Rhön setzt dabei das i-Tüpfelchen.
Nicht nur konstruktiv setzte man auf den natürlichen Werkstoff Holz. Als gestalterisches Element umgibt ein hölzerner "Bügel" den ansonsten verputzten Kubus und schützt aufgrund des Überstandes gleichzeitig vor Witterungseinflüssen.
Neben der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten - sowohl innen als auch außen - wurden ebenfalls die Themen Flexibilität und Barrierefreiheit einbezogen, sodass Wohnen in allen Lebenssituationen möglich ist - und bleibt.
Zu einer durchdachten Planung gehören logischerweise auch Möbel, die den Entwurf abrunden und bis ins Detail vollenden. Überwiegend setzte man hierbei auf helle Fronten in Kombination mit warmen Holzflächen.

Und wie so schön im Artikel geschrieben steht:
"Letztlich stand es dann da: das Traumhaus auf einem Traumgrundstück im Herzen der Rhön."

Auftraggeber

Isabell und Andreas Dörr

Planer

wukowojac architekten

Die Gesamtkomposition

Da geht was beim Mellerschter Schwimmbad…

…aber was geht da?

Genau das sollte im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersucht werden. Den Auftrag dafür erhielten wir im Dezember 2020 und gestern konnten wir dem Stadtrat sowie zahlreichen interessierten Bürgern die langersehnten Ergebnisse präsentieren. "So nah war man noch nie an einer Lösung", wie u.a. Bürgermeister Michael Kraus betonte, denn über eine mögliche Sanierung des in den 1970er Jahren erbauten Bades wird schon seit weit mehr als 10 Jahren diskutiert.

Wie kann das Hallen- Freibad erhalten werden? Was kann man aus ihm herausholen und wie könnte man den gesamten Bau effizienter und wirtschaftlicher machen? Was hätte das für Auswirkungen auf die Kubatur des Bades, auf die Gestaltung und die Materialien? Wie nachhaltig wäre ein Umbau und was würden die Maßnahmen kosten?
Mit diesen Fragen und vielen weiteren Thematiken wurde sich im vergangenen halben Jahr also intensiv beschäftigt.
Dabei standen neben Ideen, Konzepten, Grundrissskizzen und 3D- Visualisierungen auch ein ungefährer Kostenrahmen auf dem Programm.

Bevor ein Konzept erstellt werden konnte, fand eine statische Voruntersuchung durch das IB Federlein (Salz) statt. Dabei wurden u.a. Fugen im Baukörper festgestellt, welche das Gebäude in verschiedene konstruktive Abschnitte gliedern. Diese sowie die Ausprägung der Betonschädigungen in den verschiedenen Gebäudeteilen waren maßgebende Grundlage für unsere vorgelegten Ideen. So lautet unser Vorschlag für eine Sanierungsmaßnahme, den Hallenbadbaukörper oberhalb des Beckens kontrolliert zurückzubauen und eine neue, niedrigere und effizientere Gebäudehülle zu schaffen. Dadurch würde das Raumvolumen reduziert und in Verbindung mit geeigneten und nachhaltigen Baustoffen können so langfristig Betriebskosten gesenkt werden.
Die Dimensionen des neuen Baukörpers richten sich nach einigen Faktoren, denn neben der Mindesthöhe über Schwimmbecken benötigen Sprungblöcke, Sprungbretter und Sprungtürme zusätzliche Raumhöhe. Einen nicht zu vernachlässigenden Aspekt stellt dabei auch die Erneuerung der veralteten Gebäude- und Anlagentechnik dar. Fachliche Unterstützung erhielten wir hier durch das IB Möller + Meyer (Gotha). Dafür sind zum einen Flächen im EG vorgesehen, zum anderen könnte es einen neuen Baukörper im Außenbereich geben, der neben Umkleiden und Sanitäranlagen die Gebäudetechnik für das Freibad beinhaltet, sodass die beiden Bäder technisch unabhängig voneinander betrachtet werden könnten.
Die Gesamtkosten für den oben beschriebenen Teilrückbau wurden aufgeschlüsselt und einem Ersatzneubau gegenübergestellt. Interessanterweise lagen die beiden möglichen Optionen kostentechnisch gar nicht so weit auseinander.
Im nächsten Schritt wird sich nun auf Basis der Machbarkeitsstudie auf Förderprogramme beworben, wie der Stadtrat einstimmig beschloss.
Wie es dann mit dem Schwimmbad weitergeht, ob es auf eine Sanierung oder einen Neubau hinausläuft und ob und wie das Ganze dann finanziell zu stemmen ist, bleibt daher abzuwarten - wir für unseren Teil haben zumindest zusammen mit unseren Fachplanern den Grundstein für den Erhalt unseres schönen Mellrichstädter Hallen-Freibades gelegt.

Eindrücke aus der Machbarkeitsstudie

 

Studierende im ehem. Schuhhaus Dietz

Historisches Dachtragwerk wie aus dem Lehrbuch

Das Dachwerk des (aktuell) drittältesten Gebäudes in Bad Neustadt hat einiges zu bieten. Nicht nur die mittelalterlichen Holzverbindungen oder die besondere (nicht standardmäßige) Ausbildung von Knotenpunkten begeistern - auch ist spannend, dass in dem Dachgefüge zwei konstruktive Einheiten ablesbar sind. Der ältere Abschnitt von 1418 (d) zur Hohnstraße hin ist dabei klar von der "jüngeren" Konstruktion im südlichen Dachdrittel unterscheidbar, die in das Jahr 1559 datiert werden konnte. Diese Maßnahme kann nicht nur im Dach sondern auch beim genaueren Hinsehen in den Geschossen darunter abgelesen werden. Das Geschäftshaus wurde also in allen Ebenen in der zweiten Hälfte des 16. Jh. erweitert.
In der Praxiswoche "Historische Dachtragwerke" des Studiengangs Denkmalpflege der Uni Bamberg legten die Bearbeiter*innen neben Detailzeichnungen von Knotenpunkten und Holzverbindungen auch Quer- und Längsschnitte durch das Gebäude an, die sie händisch aufgemessen und gezeichnet hatten. Dort konnte man die deutlichen Verformungen im Gebäude erkennen, die sich insbesondere im Dachgeschoss abzeichnen. In der Längsrichtung sackt das Gebäude enorm Richtung Hohnstraße ab, was jedoch durch eine frühe Hilfskonstruktion von 1531 (d) im Dach abgefangen werden konnte. Dank dieser konnten bis heute weitere stärkere Verformungen verhindert werden.
Nicht zu vernachlässigen sei auch die Gebäudeverformung in Querrichtung. Da die Nachbarbebauung direkt an die Traufseiten des Gebäudes angrenzt, kam es in der Vergangenheit, wie auch der ehem. Besitzer bestätigte, v.a. an der Ostseite des Öfteren zu Feuchteschäden, die sich vom Dach bis ins EG erstreckten. Dies zog insbesondere die Außenwand im 1. OG in Mitleidenschaft, was nicht nur für die Statik des Dachwerks sondern auch für die Tragfähigkeit des gesamten Gebäudes von enormer Relevanz ist.

In Kooperation mit dem statischen Fachplaner, der die Maßnahme bereits mit betreut, und dank der studentischen Voruntersuchungen konnten erste konkrete Sanierungsziele abgeleitet werden. Dabei steht natürlich der Wunsch und das Bestreben nach größtmöglichem und umfangreichem Erhalt der historischen Substanz an oberster Stelle, ohne den statischen Aspekt zu vernachlässigen. Denn um das Dach zu erhalten gilt es auch eine intakte Basis wiederherzustellen. All das soll so denkmalkonform wie möglich geschehen, damit das bau- und stadtgeschichtlich so wertvolle Gebäude als solches sowohl für die jetzige als auch für künftige Generationen bewahrt - und natürlich auch genutzt - werden kann.
Zunächst jedoch warten wir mit Spannung auf das Ergebnis des Antrags zur Listung als Einzeldenkmal, bevor restauratorische Untersuchungen und ein verformungsgerechtes Aufmaß folgen, die dann in Summe als vernünftige Planungsgrundlage für uns dienen werden, sodass wir so bald wie möglich in die Entwurfsplanung einsteigen können.

Studentische Betreuung

Dr.-Ing. Thomas Eißing, Christian Schmidt (BLfD),  Frank Ebner M.A., David Grüner M.A.

Zeitraum

11.07.2022 - 14.07.2022

Statische Betreuung

IB Federlein Ingenieurgesellschaft mbH

 

Eindrücke aus der studentischen Praxiswoche

Das ehem. Schuhhaus Dietz in Bad Neustadt – etwas älter als erwartet

Definitiv denkmalwürdig!

Aktuell beschäftigen wir uns mit der Sanierung des ehemaligen Schuhhaus Dietz in Bad Neustadt, was in der Region den Meisten ein Begriff sein dürfte. Während das Obergeschoss zu Wohnzwecken hergerichtet werden soll, wird analog zu den meisten Gebäuden in der Fußgängerzone im EG wieder ein Laden Einzug erhalten. Dem ersten Eindruck nach zu urteilen hätte man meinen können, dass sich der Umbauaufwand, v.a. im Erdgeschoss, in Grenzen halten würde. Weit gefehlt, denn im Zuge der ersten Besichtigungen stellte sich heraus, dass das aktuell leerstehende Haus auf eine weit zurückreichende Geschichte blicken kann, weshalb wir in Abstimmung mit der Bauherrin statische und denkmalpflegerische Unterstützung hinzuzogen. Nach einer gemeinsamen Objektbegehung im Mai 2022 wurde der Entschluss gefasst, einen Antrag auf Nachqualifizierung als Einzeldenkmal zu stellen.
Das mittelalterliche Bauwerk, dessen älteste Hölzer im Zuge einer dendrochronologischen Untersuchung (Holzaltersbestimmung) in das Jahr 1418 datiert werden konnten, blickt somit auf über 600 Jahre Baugeschichte zurück und zählt zum ältesten Hausbestand in Bad Neustadt. Außerdem konnten frühe Umbauphasen etwa in den Jahren 1531 und 1559 festgestellt werden. Das zum Anwesen gehörende Hinterhaus datiert um 1651. Hinter der verputzten Fassade befinden sich Fachwerkwände und der komplette Dachstuhl aus Eichenholz stellt ein herausragendes Beispiel für die mittelalterliche Zimmererkunst dar. 
In Verbindung mit Herrn Christian Schmidt vom Bay. Landesamt für Denkmalpflege und aufgrund der Dendro Analyse, die über die Universität Bamberg ausgewertet wurde, kam die Anfrage seitens der Uni, das geschichtsträchtige Gebäude in der Hohnstraße im Rahmen einer Praxiswoche durch Studierende des Studiengangs Denkmalpflege genauer zu untersuchen. Während der sog. Anwendungswoche „Historische Dachtragwerke“ in der KW 28 wurden Schemaschnitte angefertigt, Knotenpunkte und Holzverbindungen analysiert und nach möglichen Ursachen für die starken Verformungen v.a. im Dachgeschoss gesucht.
Die spannenden Ergebnisse wurden vor einer Vielzahl an Interessierten präsentiert.

Wir werden im nächsten Blogbeitrag darüber berichten!

Eindrücke aus dem ehem. Schuhhaus Dietz

Flaschenpost aus der Stadtpfarrkirche

Geschichte fortschreiben

Bereits vor 5 Jahren, als die Fassaden der Stadtpfarrkirche St. Kilian in Mellrichstadt saniert wurden, kam nach dem Abklopfen des Putzes ein schöner Fund zum Vorschein.
In einem Gerüstloch im Mauerwerk des Westgiebels der Kirche versteckte sich eine Bierflasche, in deren Inneren sich eng zusammengerollt mit der Schreibmaschine erstellte Niederschriften befanden, die verschiedene Sanierungsmaßnahmen an der Kirche seit 1928 dokumentieren. Dabei wurden sowohl die ausführenden Firmen als auch die beteiligten Handwerker namentlich genannt.
Vergangenen Monat wurde der Außenputz erneut abgenommen, da es Probleme mit dem verwendeten Produkt gab.
Der Flaschenpost haben wir bereits 2017 unsere Maßnahmenbeschreibung beigelegt. Auch die aktuelle Sanierung von 2022 werden wir sorgfältig dokumentieren, um die fast 100-jährige Tradition fortzuschreiben und somit wortwörtlich zu einem Teil der Geschichte der Stadtpfarrkirche Mellrichstadts beitragen.

Zusammenfassend können folgende Maßnahmen und Zeiträume festgehalten werden:

 

1928

Innenrestaurierung durch 2 lokale Malerfirmen und Neuausführung von Vergoldungen und Stuckgesimsen ebenfalls durch ortsansässige Firmen
Verschönerung der Decke durch zwei Gemälde einer Würzburger Firma
dokumentiert durch Dr. Geiling, Stadtpfarrer zu Mellrichstadt

1936

Außenputzsanierung unter Leitung des Stadtpfarrers Dr. Kilian Brönner

1969

Innenrestaurierung durch regionale Firma

1970

Außenputzarbeiten in Arbeitsgemeinschaft von drei Firmen

„Der alte Putz war so fest, daß er nicht nur abgehackt werden konnte, meistens wurde er mit einem ektr. Meisel abgemeiselt, dann 3 lagig verputzt und 3x mit Silikatfarbe gestrichen.“

 

2016-2017

Sanierungsarbeiten an Dach und Fassade unter Vorsitz von Pfarrer Thomas Menzel (Planung Architekturbüro Wukowojac)
Sanierung des Turmumlaufs (Eigentümer Stadt Mellrichstadt)

2022

Außenputzarbeiten an Fassade (Planung Architekturbüro Wukowojac)

Flaschenpost

 

Schon gewusst?

Denkmal Fakten Teil 1

Wer liebt sie nicht, unsere schönen, charmanten Altstädte? Gebäude, Räume und Plätze mit Charakter und Historie, die zum Verweilen und Schauen einladen.
Dabei hat sich jeder bestimmt schon einmal gefragt:

Wie wurde früher gebaut? Was steckte da für ein Planungsaufwand dahinter und wie lief die Baustelle ab? Ohne CAD und 3D Visualisierung und ohne Kran? Heute so gut wie unvorstellbar.
Dabei geht es nicht um einzelne, große Gebäude wie etwa Kirchen oder andre öffentliche Bauten sondern vielmehr um die zahlreichen Wohnhäuser, die oft in Fachwerkbauweise errichtet wurden. Auch im fränkischen Raum gibt es viele fachwerkgeprägte Altstädte. Dabei betrachten wir heute überwiegend die Gebäude von außen, das äußere Erscheinungsbild ist natürlich enorm wichtig. Doch ohne eine intakte Tragstruktur würde ein Haus nicht funktionieren. Dazu zählen neben Außenwänden auch tragende Innenwände oder Stützen und vor allem das Dachwerk als Bauteile, die dafür sorgen, dass die historischen Gebäude seit Jahrhunderten an Ort und Stelle stehen.

Einige ältere Gebäude wurden bereits als Denkmale eingestuft, da sie etwa wichtige Zeitzeugen der früheren Bau- und Wohngeschichte darstellen. Dabei unterscheidet man zwischen Bodendenkmalen, Einzeldenkmalen und Ensembles. Mehr Infos dazu gibt es auf der Website des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege.
Angestrebt ist stets der größtmögliche und umfassende Erhalt von historischen Bauten, der v.a. durch Unterhalt, Nutzung und Pflege zu erreichen ist.
Auch in unserem Architekturbüro, das sich im ensemblegeschützten Altstadtkern von Mellrichstadt befindet, nehmen wir die Herausforderung Altbau- und Denkmalsanierung gern an, um nicht nur den Gebäuden an sich, sondern auch den Ortskernen wieder neues Leben einzuhauchen.

Eindrücke von der Mellrichstädter Altstadt